Schwarze Schafe

Angeln und schwarze Schafe, Gedanken zum Umdenken! Es ist ein trauriger Anlass welcher mich veranlasst diesen Bericht zu schreiben. Ich befische einen Grenzfluss im Osten Österreichs, welcher angeblich einer der fischreichsten Flüsse Europas Anfang des 20. Jahrhunderts war. Jedoch durch die Industrialisierung in Österreich und in den ehemaligen Ostblockstaaten war die zunehmende Verschmutzung der Gewässer nicht mehr aufzuhalten. Erst nachdem eine Wassergütequalität 4-5 in den 70gern vorherrschend war, die Zahl der Fische rasant zurückging, manche Arten ausstarben und es einem graute einen Fisch aus diesem Gewässer zu essen, wurden die ersten Kläranlagen in der Industrie und den Gemeinden gebaut. 

Auf Grund des heute sehr stark ausgeprägten Umweltgedankens und der Bedachtnahme der Industrie und Gemeinden auf den Umweltschutz hat die Population der Fische wieder zugenommen. Es bilden sich Muschelbänke und der Krebsbestand nimmt auch wieder zu. Die Wassergütequalität ist wieder bei 2, welche ein sehr guter Zustand für dieses Gewässer ist. Es hat sich aber auch sehr viel auf dem Gebiet der Handhabung des Fischens und der Umgang mit diesen Kreaturen getan. Die meisten Angler die in Naturgewässern fischen gehen mit den gefangenen Fischen sehr behutsam um und setzen diese ab einen Gewicht von ca. 5 kg (zB beim Karpfen) wieder zurück. Dadurch kann sich ein Bestand aufbauen, der uns Karpfenangler schon jetzt positiv entgegenkommt.

Leider gibt es auch schwarze Schafe in unseren Reihen auf Diese ich zu sprechen kommen will. Im vorigen Jahr fing ein Bekannter von mir einen schönen Schuppenkarpfen von 20 kg, welchen er fotografierte und wieder in den Fluss zurücksetzte. Dies ist die richtige Gangart, welche vom 99% aller Angler praktiziert wird. Vor ein paar Tagen wurde mir mitgeteilt, dass ein Sportfischer, welcher auch einen Krandaubel am Fluss stehen hat, einen 18 kg schweren Schuppenkarpfen mit dem Daubel bei Hochwasser gefangen hat. Bei näherer Recherche stellte sich heraus, dass dies ein und der selbe Karpfen war, welcher im vorigen Jahr gefangen wurde. Dieser Fisch nahm also über den Winter 2 kg an Gewicht ab. Es ist aber auch jener Streckenabschnitt wo dieser Krandaubel steht. Der „Sportfischer“ nahm den Karpfen mit nach Hause, verschenkte ihn an einen Freund welcher sich auch Sportfischer nennt und schlachtete den Fisch ab. Im Bauch hatte er 4 kg Laich. Dieser Fisch wäre auch in den nächsten Jahren ein guter Mutterfisch gewesen. Es ist leider ein vom Gesetz her gedecktes Verbrechen, wenn diese großen Fische abgeschlachtet werden. Diesen Fisch kann man ja auch nicht verwerten, denn er ist zum Essen viel zu fett also wird er (hoffentlich) in der Biomülltonne entsorgt. Ich bin der Meinung das man sich lieber als Angler seinen Speisekarpfen aus einen „Bratpfandlteich“ holen sollte, denn da sind sie von der Größe her am besten geeignet. Es ist auch nichts einzuwenden wenn ein Angler einen Karpfen aus einem Naturgewässer entnimmt, aber er sollte um Gottes Willen keinen Größeren als 4-5 kg schlachten. Leider sind die meisten dieser „Raubfischer“ nicht einsichtig und sehen es als ihr Recht an, die Großen zu töten. Es ist oft der geistige Horizont welcher durch mangelnde Intelligenz nicht erweitert werden kann. Auch ich entnehme ab und zu einen Fisch, jedoch hat dieser meist ein Gewicht um die 2-3 kg. Auch ich bin kein Engel, denn ich esse gerne Fisch. Es wäre an der Zeit das alle Vereine und Gesellschaften eine Gewichtsentnahmebeschränkung, die mit 5 kg aufwärts beginnt, einführen sollten. Noch besser wäre es, wenn der Gesetzgeber (ob Land oder Bund ist zweitrangig) hier einen Riegel vorschiebt und dies in den jeweiligen Fischereiverordnungen kundtut. Denn dann wären solchen Freveltaten ein Ende gesetzt und diese Typen müssten sich fügen. Bei Verstoß ist die sofortige Einziehung der Lizenz und eine Anzeige bei der Polizei durchzuführen. Eine restrektive Anwendung der Sanktionen müsste natürlich von den zuständigen Kontrollorganen durchgeführt werden. Dies sind auch oft dann jene Typen, die Karpfenangler in Verruf bringen. Hier sind wir alle gefragt um zu agieren und reagieren, denn wenn nur ein solcher Fischer ein Einsehen zeigt, ist es ein Erfolg und der nächste 20iger wird überleben und für natürlichen Nachwuchs sorgen und könnte weiterwachsen. Dies sind Dinge die überall passieren. Ob in Deutschland oder Österreich, gemeinsames Handeln ist gefragt. In den diversen Verbänden in der BRD und ÖST. muss natürlich auch ein Umdenken stattfinden. Die verstaubten Meinungen über den Fang und das sofortige Abschlachten der Fische müssten aus den Gehirnen der Vorstände verdrängt werden. Hier wird oft die Ethik des Fischens angesprochen, jedoch das dieser oft propagierte Leitsatz neu überdacht gehört, wird verdrängt. Die Entwicklung der Sportfischerei ist nicht stehen geblieben. Im Gegenteil, welche oft wunderbaren Dinge können wir unser Eigen nennen. Darum sage ich: nachdenken und handeln.